Naxos (Νάξος)
1) Sohn des Polemon, Führer der Karer, welche zwei Generationen vor Theseus vom latmischen Meerbusen aus die von den Thrakern verlassene Insel Dia besiedelten und ihr den Namen Naxos gaben. Der Sohn des Naxos, der als trefflicher Fürst
gerühmt wird, war Leukippos, Diod. 5, 51. Steph. Byz. s. ν. Νάξος. Eustath. Dion. Perieg. 525.—
2) Sohn des Endymion, Eponymos von Naxos, Steph. Byz. a. a. O. Da die Sage von Endymion und Selene (s. d.) bereits seit frühester Zeit (Sapph. frg. 134) am Latmos lokalisiert erscheint, so handelt es sich hier offenbar ebenfalls um die karische Ansiedelung auf Naxos. —
3) Sohn des Apollon und der Minostochter Akakallis, Bruder des Kydon, der gewöhnlich als Sohn des Hermes, bei Steph. Byz. s. v. Κυδωνιά aber auch als Sohn des Apollon bezeichnet wird, Alex. Polyhist. Kretika b. schol. Apoll. Bhod. 4, 1492. Jedenfalls galt auch er als Eponymos der Insel, und sein Name repräsentiert die spätere Herrschaft der Kreter über Naxos (vgl. Bursian, Geogr. v. Griechenl. 2, 491, 3). An eine Änderung von Νάξος in Όαξος (nach Steph. Byz. s. ν. 'Όαξος) ist deshalb nicht zu denken. —
4) Personifikation der Insel Naxos auf einer den Ariadnemythos darstellenden 'Friesplatte' in der Galleria d. statue des Vatikans; "vgl. Heibig, Führer in Born 1 nr. 214 (mit Litteratnrangaben).