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Erythraios (Ἐρυθραῖος),
ein Beiname des Herakles von der Stadt Erythrai in Achajoa, woselbst er einen alten Tempel hatte. Seine Bildsäule stund daselbst auf einer Holzflöße, weil sie auf solche Art zu Wasser von Tyrps gekommen seyn sollte, wiewohl man eigentlich nicht sagen konnte, warum. Als diese Flöße in das ionische Meer gekommen war, so trieb sie an das Vorgebirge der Hera an, welches der halbe Weg zwischen Chios und Erythrai ist. Hier bemüheten sich nun die Chier und Erythraier, so bald sie die Bildsäule erblicketen, solche an ihr Ufer zu ziehen. Es wollte aber keinem gelingen, so viel Mühe sie auch anwandten. Endlich träumete einem blindgewordenen erythräischen Fischer, Phormio, wenn die Erythraierinnen sich die Haare abschnitten, und man daraus ein Seil machete, so würden ihre Männer die Bildsäule damit an das Gestade ziehen können. Sie gaben aber diesem Traume kein Gehör. Doch die Thrakierinnen, welche freiwillig bei ihnen dieneten, opferten ihre Haare dazu auf; und so bekamen die Erythraier diese Bildsäule in Besitz. Zur Belohnung dieses Eifers erhielten die Thrakierinnen allein das Recht, in des Herakles Tempel zu gehen, und man wies daselbst noch lange hernach das von ihren Haaren gemachte Seil. Auch soll Phormio sein Gesicht wieder erlanget und bis an sein Ende behalten haben. Pausan. Achaic. c. 5. p. 405
Lexikon der Griechischen Mythologie
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