Demiurg

William Blake: The Ancient of Days (1794)

Blake, William The Ancient of Days (1794) Relief etching with watercolor 23.3 x 16.8 cm (9 1/8 x 6 7/8 in.) British Museum, London

Der Demiurg (von griech.: demiourgós Schöpfer, Handwerker) ist ursprünglich bei Platon im Dialog Timaios der Schöpfergott: Die Welt wurde von Gott als geordnete geschaffen, indem er wie ein Baumeister (Demiurg) im Blick auf die Ideen Ordnung in die vorgegebene Materie brachte.

In der späteren Gnosis ist der Demiurg eine mythologische Figur. Nach gnostischen Mythen ist Sophia (Weisheit) dessen Mutter. Mit seiner Hilfe konnte die Welt dualistisch gedacht und die Frage, wie ein guter Gott eine böse Welt schaffen kann (siehe: Theodizee), gelöst werden: Während Gott uneingeschränkt gut ist, hat ein unvollkommener (böser) Demiurg eine unvollkommene Welt erschaffen. Die Gnostiker setzten diesen bösen Gott mit dem Gott des Alten Testaments gleich, der die Menschen im Zustand der Unkenntnis und in der materiellen Welt belasse und ihre Versuche bestrafe, Wissen und Einsicht zu erlangen

Das Wort Demiurg setzt sich zusammen aus demos für „Volk“ und ergos für „Tätigkeit“ - im Zusammhang also: „der für das Volk Tätige“. Darunter wurden im antiken Griechenland die Handwerker und Gewerbetreibenden, aber auch Künstler und Ärzte, gezählt. In Attika bildeten die Demiurgen den untersten der drei Bürgerstände, nach dem Adel (Eupatriden) und den Grundbesitzern (Geomoren).





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Lexikon der Griechischen Mythologie

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