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Asche von der Minoischen Eruption (Quelle) Als Minoische Eruption (auch Thera- oder Santorin-Eruption) wird der spätbronzezeitliche Ausbruch der Vulkaninsel Thera in der Ägäis bezeichnet, der den minoischen Außenposten Akrotiri (heutiger Name) begrub und nach Meinung einiger Forscher auch den Untergang der Minoischen Kultur auf Kreta herbeiführte.[1] Die bei der Eruption ausgestoßene Tephra lässt sich in archäologischen Fundstellen im gesamten östlichen Mittelmeer finden und bietet so einen Fixpunkt in der Stratigrafie. Die exakte Datierung der Eruption ist unter Wissenschaftlern jedoch umstritten; zwischen den naturwissenschaftlich und den historiografisch ermittelten Daten liegen etwa 100 Jahre.
Santorini / Thera vom Weltraum, Umfang und Bedeutung des Ausbruchs Der griechische Archäologe Spyridon Marinatos publizierte 1939 eine Theorie, nach der der Ausbruch des Thera-Vulkans zum Untergang der minoischen Kultur auf Kreta geführt habe.[2] Für Marinatos musste der Thera-Ausbruch dem des indonesischen Vulkans Krakatau geähnelt haben, der im Jahr 1883 rund 36.000 Menschen das Leben kostete. Neben einem Ascheregen, der in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern den Himmel verdunkelt hatte, war für ihn besonders die aus der Eruption resultierende Flutwelle eine wichtige Parallele. Mit bis zu 15 m Höhe hatte sie 1883 die Küste der benachbarten indonesischen Inseln überspült und dabei zahlreiche Städte zerstörte. Marinatos nahm eine ähnlich verheerende Überflutung der Küsten Kretas durch die Thera-Eruption an und vermutete darin die Ursache für den Untergang der Minoischen Kultur. Marinatos nahm an, dass die heute halbmond-förmige Insel vor dem Ausbruch mit den ihr gegenüberliegenden Inseln Therasia und Aspronisi verbunden war und der mit Wasser gefüllte Krater noch nicht existierte. Moderne Untersuchungen zeigten aber, dass die Inselgruppe von Thera bereits in minoischer Zeit annähernd ihre heutige Form hatte, die sie durch die Kap-Riva-Eruption bereits etwa 21000 v. Chr. erhielt.[3] Das von Marinatos angenommene Ausmaß der Eruption er vermutete die vierfache Menge an Tephra im Vergleich zum Krakatau-Ausbruch, was einer Eruption der Stärke 7 auf dem Vulkanexplosivitätsindex (VEI) entsprechen würde wurde deshalb im Laufe der Jahre nach unten korrigiert. Da auch die Dicke der gefundenen Ascheschichten auf Nachbarinseln Marinatos' Annahme nicht bestätigte,[4] nahm man eine kleinere Eruption der Stärke VEI 6 an. In jüngster Zeit wurde jedoch Ascheschichten gefunden, die wiederrum für eine wesentlich stärkere Eruption sprechen.[5] Die Frage nach dem Umfang des Thera-Ausbruchs muss daher vorerst unbeantwortet bleiben. Die Ablagerung theräischer Tephra in nahezu dem gesamten östlichen Mittelmeer von Nichoria in Messenien[6] über Anatolien[7] bis zum Nildelta[8] bietet einen einmaligen Fixpunkt für die Synchronisation verschiedener relativer Chronologien aus diesen Regionen. Gleichzeitig wird dadurch praktisch die gesamte absolute Chronologie der Späten Bronzezeit von der Datierung dieser Eruption abhängig, weshalb die zwei sich etwa um 100 Jahre unterscheidenden Daten zu einen "kurzen" und einer "langen"[9] Chronologie der Späten Bronzezeit führten.
Ascheablagerung auf Thera. Datierung Marinatos datierte die Minoische Eruption ursprünglich grob auf 1500 v. Chr. ± 50 Jahre, da er diesen Zeitraum auch für den Untergang der Minoer auf Kreta annahm.[2] Referenzen
Literatur
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