Erste Ursache

Als Erste Ursache (lat. prima causa oder causa prima) bezeichnet man in der scholastischen Philosophie diejenige Substanz bzw. das Sein, auf das alles (andere) Seiende zurückgeht. Weil aus Sicht dieser und verwandter Philosophierichtungen das nicht aus sich heraus Seiende, d.h. das Nicht-Notwendige (Kontingente) für seine Existenz stets einer Ursache bedürfe, müsse es die erste Ursache geben, die ihrerseits absolut oder mit anderen Worten notwendig wäre.

Theisten argumentieren, dass diese Erste Ursache mit dem Absoluten, d.h. Gott zusammenfiele. Die Argumentation geht insbesondere auf Aristoteles zurück und wurde in der Scholastik, vor allem durch Thomas von Aquin, im Rahmen der Natürlichen Theologie weiter ausgebaut.

"causa prima est, cuis substantia et acto est in momento aeternitatis et non temporis" bei Albertus Magnus. Als prote aitio bei Platon und Aristoteles.

Dieser Argumentation wird in der heutigen Philosophie im Allgemeinen nicht mehr gefolgt. So wird eingewendet, dass sowohl die Möglichkeit unendlicher Kausalketten nicht ausgeschlossen werden könne, als auch die Identifikation einer Ersten Ursache mit Gott nicht begründbar sei.

Siehe auch

Gottesbeweis

Der kausale Gottesbeweis geht davon aus, dass allem (Kontingenten) eine Ursache zu Grunde liegt. Da man aber die Reihe der Ursachen nicht unendlich fortsetzen könne, müsse es eine erste Ursache (causa prima) geben. Die Idee der ersten Ursache (auch die "unverursachte Ursache" oder der "unbewegte Beweger" genannt) geht auf Aristoteles zurück. Thomas von Aquin argumentierte, dass diese erste Ursache gleichbedeutend mit Gott sei. Dieser Gottesbeweis wird auch als "kosmologischer Gottesbeweis" bezeichnet.