Kapetaniana

Verwaltungsbereich: Kreta
Präfektur : Heraklion

Regierungsbezirk Iráklion

Kapetaniana ist ein kleines Bergdorf, mit ca. 150 Einwohnern auf Kreta im Asterousia-Gebirge, das in den steilen Berghängen des Kofinas auf 800m Höhe liegt. Von dem Gipfel des Berges hat man ein wunderbare Aussicht auf das libysche Meer und den Golf und die Ebene von Messara.

Kapetaniana besteht eigentlich aus den zwei Dörfern Kato Kapetaniana' (Unter-Kapetaniana) und dem Ober-Kapetaniana. Im Dorf ist kein Autoverkehr zugelassen. Kapetaniana ist Teil der Kofinas Munizipalität

Geschichte und Traditionen

In minoischer Zeit (ca. 3000 Jahre v. Chr.) befand sich auf dem Berg ein Gipfelheiligtum, davor lag ein Tempelzentrum, das der Fruchtbarkeitsgöttin Eleithea geweiht war. Bedeutende archäologische Funde, so z. B. Bronzestatuen stehen in Museen in Athen und im Archäologischen Museen in Heraklion. Heute befindet sich auf dem Berg eine steinerne Kapelle, die Timion stavron , d. h. dem aufgerichteten Kreuz geweiht ist. Am 14. September jeden Jahres gibt es die Gipfelmesse, zu der in den letzten Jahren vermehrt die Einheimischen aus den umliegenden Dörfern pilgern. Sie bringen Basilikum und Brotlaibe mit, die dort geweiht und gegessen werden.

Mündlichen überlieferungen zufolge soll sich in der nähe der steinernen Kapelle ein geheimer Tunnel zum Strand hin befunden haben den drei spielende Jungen gefunden haben sollen. Sie nahmen einen Hahn und schickten ihn durch den Tunnel doch er kam nicht zurück und sie fanden ihn einige Tage später am Strand. Darauf hin wurde ein Baum über den Eingang gepflanzt der heute immer noch dort steht.

Unterhalb der Kirche am Strand liegt ein weiteres Wallfahrtsziel, das Koudouma.

Einwohner

Kapetaniana bedeutet im Griechischen ein Ort, wo die kapetanii wohnten. Ein kapetanios war jemand, der sich in der Besatzungszeit unter keinen Umständen vereinnahmen ließ, er war unbestechlich, stolz und kämpferisch. Das Dorf wurde nie von den Fremdherrschern besetzt, weder von den Arabern, noch von den Venezianern, noch von den Türken.

Erst während des Zweiten Weltkriegs besetzten deutsche Truppen das Dorf und die Einheimischen mussten das Dorf verlassen, das wegen seiner exponierten Lage zur Südküste hervorragend zur Küstenbeobachtung geeignet war. Die kapetanii leisteten jedoch Widerstand, und versuchten wiederum die deutschen Besatzung mit den Mitteln des Partisanenkampfes zu vertreiben.

Noch heute besitzt fast jede Familie Waffen, sowohl als zeichen der wehrsamen Sippe als auch zu wirtschaftlichen Zwecken.


Kirchen und Klöster

Fast die ganze Region des Asteroussia Gebirges war lange fast unbesiedelt, da diese Gebiet schwer zugänglich war. Während der venezianischen Besetzung von 1204 kamen in dieses orthodoxe Mönche und Äbte in diese abgelegende Gegend, um nach ihrer Releigion zu leben, und sich nicht der westlich-römische Kirche anzuschließen. Zu dieser Zeit entstanden in den Asteroussia Gebirgen 23 Kirchen und Klöster, die auch während der türkischen Besatzung geheim die orthodox-christliche Religion unterrichteten. Die Panagia Kirche und die Michelangelokirche zeugen von höchster Kunst der Freskenmalerei, denn die Klöster wollten in ihrer Abgeschiedenheit nicht auf die kunstvolle Ausstattung der Kirchen verzichten und ließen eigens Freskenmaler aus Byzanz kommen.


Weblinks

engl.Webseite

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