Chalandri

Verwaltungsbereich: Attika

Chalandri (griechisch Χαλάνδρι (n. sg.), offiziell auch noch: Χαλάνδριον, Chalandrion ist eine griechische Stadt im Osten der Präfektur Attika und ein Vorort von Athen.

Lage

Chalandri ist etwa 12 km nördlich des Stadtzentrums von Athen gelegen. Es gehört zum östlichen Präfekturbezirk des Großraums Athen. Im Norden grenzt es an Marousi, im Süden an Neo Psychiko. Die Bebauung der Vororte geht ineinander über, auch wenn hier die Grünfläche je Einwohner die größte in Athen ist.

Geschichte

An der Stelle des heutigen Chalandri befand sich in der Antike Phlya (griechisch Φλύα, Flya), einer der größten der zehn Athener Dimoi. Phlya war der Heimatort des Euripides. Neben anderen Fruchtbarkeitskulten befanden sich hier die Mysterien der Göttin Gaia. Aus römischer Zeit haben sich Reste eines Aquädukts und eine Grabkammer mit Tonnengewölbe aus dem 2. Jahrhundert nach Chr. erhalten, die später fast unverändert in die Kapelle der Panajia Marmariotissa (griechisch Παναγία Μαρμαριότισσα) umgewandelt wurde.

Im griechischen Unabhängigkeitskrieg 1821 kam es bei Chalandri zu einem Gefecht der Aufständischen mit den aus Athen heranrückenden Türken.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch ein beliebtes ländliches Ausflugsziel, verzeichnete Chalandri vor allem durch die Ansiedlung von Flüchtlingen nach der kleinasiatischen Katastrophe 1923 und infolge der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte ein dynamisches Wachstum. Insbesondere durch die mit starker Bautätigkeit verbundenen Ausdehnung Athens in den 1960-er und 1970-er Jahren ist die bis dahin ländliche Gemeinde mit der Hauptstadt und anderen Vorarten zur Metropolregion zusammengewachsen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner

1981 54,320

1991 66,285

2001 71,684

Bezirke

* Agia Barbara

* Ano Chalandri

* Neo Chalandri

* Kato Chalandri

* Patima

* Metamorfosi

* Polydroso

* Toufa (oder Frangoklisia)

* Sidera

* Synoikismos

Verkehr, Wirtschaft und Kultur

Chalandri ist durch die Metrolinie 3 („blaue Linie“) mit den Stationen „Chalandri“ und dem Verkehrsknoten “Doukissis Plakendias“ an den öffentlichen Personennahverkehr und durch die sich hier kreuzenden Autobahnen 6 (Attiki Odos) und Autobahn 64 (Ymittos-Ring) an das Fernstraßennetz angeschlossen.

Chalandri bildet ein geschäftliches Zentrum im Norden Athens. Hier haben sich zahlreiche Wirtschaftsunternehmen und Verbände niedergelassen. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich insbesondere entlang der Nord-Süd Achse des Kifisias-Boulevards. Zahlreiche ausländische Botschaften, die griechische Nationale Münzanstalt, Vodafone Hellas, IBM Hellas, und die Auslandszentrale der staatlichen Sozialversicherung IKA haben in Chalandri ihren Sitz.

Chalandri beherbergt ferner zahlreiche öffentliche wie private Schulen, Lyzeen, Gymnasien, Kirchen und Vereine (Sportverein Chalandri AC).

Munizipalität, Gemeinde der Präfektur von Athen

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