Akanthos (Chalkidiki)

Verwaltungsbereich: Zentralmakedonien
Präfektur : Chalkidiki

Akanthos war eine antike Stadt im Norden Griechenlands. Sie liegt an der Ostküste der chalkidischen Halbinsel nahe der heutigen Ortschaft Hierissos (oder Ierissos).

Akanthos, Tetradrachme, Akanthos,

Überreste antiker Besiedlung sind auf dem dortigen Stadtberg zu finden. Nördlich von Akanthos schließt sich eine größere Ebene an, die wohl mit dem Ackerbau die wirtschaftliche Grundlage für die Stadt bot. Die um 530 v. Chr. von der Stadt erstmalig geprägten Silbermünzen sind die ersten Belege für eine autonome Polis. Während der Perserkriege diente es 492 v. Chr. dem persischen General Mardonios und 480 v. Chr. den Großkönig Xerxes I. als Stützpunkt für ihre militärischen Aktionen im Ägäisraum.

In der Zeit nach der Niederlage des Perserreiches in den Jahren 480/79 v. Chr. gegen das Bündnis freier griechischer Städte trat Akanthos dem Attischen Seebund unter der Führung Athens bei. Die Mitglieder des Bundes waren verpflichtet entweder eigene Schiffe beizusteuern oder Tribute zu entrichten. Bis 450/49 v. Chr. stellte Akanthos Schiffe, ging jedoch danach dazu über an Athen Tribute zu zahlen.

Nach Ausbruch des Peloponnesischen Krieges 432 v. Chr., zwischen den griechischen Hegemonialmächten Athen und Sparta, blieb die Stadt weiterhin im Attischen Seebund, obwohl die meisten Poleis der chalkidischen Halbinsel von Athen abfielen. Erst als die Stadt 424 v. Chr. durch Truppen des spartanischen Heerführers Brasidas bedroht wurde, wechselte Akanthos die Seiten. Mit dem Nikiasfrieden 421 v. Chr. erhielt Akanthos den Status einer autonomen Polis musste dennoch wieder Tribute an Athen leisten. In den nächsten Jahrzehnten blieb die Autonomie unangetastet und wurde im Vertrag zwischen dem makedonischen König Amyntas III. und dem inzwischen einflussreichen Chalkidischen Städtebund 393 bzw. 389 v. Chr. bestätigt. Dieser Zustand wurde jedoch 382 v. Chr. durch den Chalkdischen Städtebund mit dem Hauptort Olynth in Frage gestellt als die Stadt zusammen mit Apollonia aufgefordert wurde dem Städtebund beizutreten. Beiden Städte gelang es Sparta, die seit Ende des Peloponnesischen Krieges aufgestiegene Hegemonialmacht, zum Eingeifen zu bewegen. Nach der Entsendung spartanischer Truppen musste der chalkidische Städtebund kapitulieren und die Autonomie von Akanthos akzeptieren.

Seine Freiheit verlor es jedoch mit der Expansion Makedoniens unter dem König Philipp II. um die Jahrhundertmitte des 4. Jahrhundert v. Chr.. Nachrichten über Akanthos stammen erst wieder aus dem Jahre 200 v. Chr.. In diesem Jahr wurde die Stadt während des Zweiten Makedonischen Krieges von römischen Truppen geplündert bestand aber bis in die römische Kaiserzeit weiter.


Literatur

  • Michael Zahrnt: Olynth und die Chalkidier. Untersuchungen zur Staatenbildung auf der Chalkidischen Halbinsel im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. Beck, München 1971, S. 155- 158. (Vestigia, 14) ISBN 3-406-03097-1

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