Xanthippe

Sokrates, den Xanthippe mit Spülwasser übergießt, Reyer van Blommendael c. 1655, 210 x 198 cm Musée des Beaux-Arts, Strasbourg


Xanthippe (griech. Ξανθίππη, blondes Pferd) war die Ehefrau des Philosophen Sokrates, die als Inbegriff des zänkischen Weibes in die europäische Literatur eingegangen ist.

Ihr Name wird oft sprichwörtlich gebraucht und steht dann für ein zänkisches, streitsüchtiges Frauenzimmer häufig auf den partnerschaftlichen Lebensraum bezogen (Freundin, Ehefrau, Lebensabschnittsgefährtin ...).

Über die historische Person der Xanthippe ist nahezu nichts bekannt. Von Sokrates selbst ist nichts bekannt, da er selbst keine Schriften angefertigt hat. Bis heute erhalten und bekannt ist eine Quelle aus dem Werk des Xenophon, welches das Bild der zänkischen und unverträglichen Ehefrau vermittelt.

In den letzten Jahrzehnten wurde vereinzelt versucht, den Begriff der Xanthippe von feministischer Seite einer Neubewertung zu unterziehen. Dabei wurde in der Regel versucht, das Verhalten der Xanthippe aus einer Opferrolle heraus zu begründen, in die sie von Seiten der Feministinnen hineininterpretiert wird. Nach dieser Neudeutung hat der Täter Sokrates durch verschiedenste Fehlverhalten, z.B. materielle Armut, Vernachlässigung usw., seine Frau sozusagen in dieses Verhalten gedrängt. Diesen Interpretationen fehlt allerdings eine archäologische Fundierung und steht im Widerspruch zu den spärlichen Quellen, die zur Verfügung stehen.

Literatur

  • Michael Weithmann: Xanthippe und Sokrates. Ein Beitrag zu höherem historischem Klatsch. 2003. ISBN 3-423-34052-5


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