Sotades (griechisch Σωτάδης) war ein griechischer Dichter aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr.

Sotades stammte aus Maroneia in Thrakien. Über sein Leben ist wenig bekannt; er wirkte in Alexandria und erreichte um 280 v. Chr. seine ‚Blüte‘, d. h. war 40 Jahre alt. Laut Plutarch (Moralia 11a) wurde er auf Geheiß des Königs Ptolemaios II. Philadelphos von Ägypten, der über seine Spottverse erzürnt war, eingekerkert; Athenaios (14, 620 f.) berichtet, dass Sotades im Meer ertränkt wurde.

Von seinen Gedichten sind nur wenige Verse erhalten. Soweit man nach den spärlichen Nachrichten urteilen kann, war Sotades in seinen Werken aus heutiger Sicht sehr ambivalent: So enthielten seine Gedichte eindeutige Obszönitäten und sexuelle Motive, aber zugleich auch moralisierende Ethik. Er gilt als Schöpfer der Palindrome, für die daher in der Antike auch die Bezeichnung Verse des Sotades geläufig war, wenngleich keines von ihm überliefert ist.

Er verfaßte im ionischen Dialekt und einem eigentümlichen nach ihm benannten Metrum (Sotadeen) boshafte Spottgedichte und mythologische Travestien zum Teil unzüchtigen Inhalts, welche auf mündlichen Vortrag unter mimischer Tanzbegleitung berechnet waren. Diese sogen. Sotadische Dichtgattung fand zahlreiche Nachahmer. Vgl. Sommerbrodt, De phlyacographis Graecorum (Bresl. 1875).

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