Protagoras

Protagoras aus Abdera in Thrakien (*490; † 411 v. Chr.) zählt zu den bedeutendsten Sophisten. Er verbrachte den Großteil seines Lebens in Athen, fiel später wegen seiner Lehren bei der Volksversammlung in Ungnade und wurde verbannt. Auf der Flucht nach Sizilien starb Protagoras, seine Schriften wurden vernichtet.

Er lehrte, dass der Mensch zwar von Natur aus dazu strebe, eine Religion auszuüben und einer staatlichen Gemeinschaft anzugehören. Jedoch die Art und Weise, wie Religion und Staat gestaltet werden, sei dem Menschen selbst überlassen. Für Protagoras gab es keine allgemeingültige und verbindliche, sondern nur eine subjektive Wahrheit.

Er prägte den berühmten Satz: "Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, und der nichtseienden, dass sie nicht sind." (Auch bekannt als Homo-Mensura-Satz.) Der "Homo-Mensura-Satz" des Protagoras wurde bereits von seinen zeitgenössischen (göttertreuen, aristokratischen) Widersachern als Ausdruck eines extremen epistemischen Relativismus gedeutet.

Protagoras ist einer der ersten prominenten Vertreter des Skeptizismus, bzw. des Agnostizismus. In seinem um 415 v. Chr. geschriebenen Abhandlung "Über die Götter" schreibt er: "Was die Götter angeht, so ist es mir unmöglich, zu wissen, ob sie existieren oder nicht, noch, was ihre Gestalt sei. Die Kräfte, die mich hindern, es zu wissen, sind zahlreich, und auch ist die Frage verworren und das menschliche Leben kurz." (annähernde Übersetzung)


Platon widmet ihm den Dialog Protagoras und erwähnt ihn im "Theaitetos" (152a).


Siehe auch: Relativismus, Agnostizismus,

Weblinks

Thomas Schirren, Thomas Zinsmaier (Hrsg.): Die Sophisten. Ausgewählte Texte. Griechisch/Deutsch. Reclam, Stuttgart 2003 ISBN 3-15-018264-6 - Die wichtigsten Texte und Fragmente mit Einleitung.


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