Polygnotos

Zeichnung basierend auf das Werk von Polygnotos in Delphi

Polygnotos war der ausgezeichnetste Maler Griechenlands, aus Thasos gebürtig, Schüler seines Vaters Aglaophon, lebte um 450 v. Chr. in Athen, welches ihn, ebenso wie Delphi, zum Dank für seine großartigen Schöpfungen mit dem Bürgerrecht belohnte.

Er war Kimons Hausfreund und der begünstigte Liebhaber von dessen Schwester Elpinike. In der bunten Halle (Poikile) zu Athen sah man von ihm das Gericht der griechischen Helden über die Gewalttat des Aias gegen Kassandra, im Dioskurentempel daselbst den Raub der Leukippiden, ferner im Theseion mehrere Darstellungen attischer Legenden, bei deren Ausführung ihm der Maler Mikon Beistand leistete.

Apollon und Tityus, ca. 450-–440 v.Chr, Polygnotos , Louvre G375

Verschiedene Bilder des Meisters enthielt die Pinakothek der Propyläen; den Freiermord des Odysseus malte Polygnotos in der Vorhalle des Athenetempels zu Platää. Sein bedeutendstes Werk befand sich aber in der Lesche der Knidier zu Delphi, nämlich rechts an der Wand die Eroberung Trojas und die Abfahrt der Hellenen, links Odysseus' Besuch in der Unterwelt.

Goethe beschäftigte sich viel mit der Rekonstruktion desselben. Im 19. Jahrhundert entspann sich eine Kontroverse, ob die Gemälde des Polygnotos Wandbilder oder an der Wand befestigte Tafelbilder gewesen seien; für das letztere sind mehr Gründe vorhanden.

Iliou persis : Eroberung Trojas und die Abfahrt der Hellenen

Odysseus' Besuch in der Unterwelt.

Eine Rekonstruktion der Zeichnungen von Polygnotos in der Lesche der Knidieraus den Erzählungen des Pausanias durch C. Robert (1892/3).

Die Erzählung von Pausanias ist voller Anekdoten. Pausanias war gewissermassen ein berühmter Tourist der Antike. In Delphi hörte er die Beschreibung des Werks von den Touristischen Führern der Antike. Das Werk wae einige Jahrhunderte alt und es soll auch restauriert worden sein. Eine amüsante Geschichte ist über eine Figur die sitzend ein Seil produziert (siehe untere Zeichnung oben, links) während es von einem Esel hinter der Figur gefressen wird. Pausanias erklärt das damit eine bekannte Person gemeint war die fleissig war aber seine Frau alles Geld ausgab. Damit symbolisiert der Esel seine Frau.

Polygnotos beseitigte die alte Steifheit und Unbeweglichkeit in den Figuren und verband mit genauer Zeichnung und einfacher Farbengebung eine edle und scharfe Charakterisierung der Gestalten. Er legte seinen Kompositionen große geistige Ideen zu Grunde und wurde deshalb als Ethographos ("Charakterschilderer") noch von Aristoteles hochgepriesen.

Riepenhausen, Franz / Riepenhausen, Johann, Erläuterung des polygnotischen Gemähldes auf der rechten Seite der Lesche zu Delphi (Tafeln) , Göttingen 1805

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