Phryne

Phryne war eine berühmte griechische Hetäre aus Thespiä; sie hieß ursprünglich Mnesarete und erhielt den Namen Phryne ("Kröte") wegen ihrer Blässe; sie war erst eine arme Kapernhändlerin, gelangte dann aber in Athen zu außerordentlichem Reichtum, so dass sie sich erbieten konnte, die Mauern Thebens auf eigene Kosten wieder aufzubauen, wenn die Thebaner die Inschrift darauf setzten: "Alexander hat sie zerstört, die Hetäre Phryne wieder aufgebaut", was sie allerdings nie tat.

Phryne und Praxiteles ( Quelle)

Sie galt in ihrer Blütezeit als die Repräsentantin der Göttin der Schönheit und diente Apelles als Modell für seine Anadyomene und Praxiteles für seine knidische Aphrodite.

Angeblich soll niemand in der Lage gewesen sein, ihren Reizen zu widerstehen. Durch ihre Anmaßung, ihre Schönheit könne mit der der Aphrodite mithalten, wurde sie der Asebie (Gottlosigkeit) angeklagt. Diese Anklage gestaltete sich alsbald zu einem heftigen Skandal in ganz Athen.

Hypereides entkleidet Phryne.

Historiengemälde (1861) Phryne vor dem Areopag von Jean-Léon Gérôme

Phryne vor dem Tribunal in Chicago

Der Legende nach soll Phryne vor einem Gericht (Areopag) ihre Bekleidung abgelegt und den Versammelten ihren nackten Körper als "Beweismittel" vorgebracht haben. Weiter berichtet die Sage, dass sie daraufhin freigesprochen wurde.

Eine andere Version besagt, dass Phryne von ihrem Liebhaber, dem Politiker Hypereides, entkleidet wird und dann freigesprochen wird. Diese Szene hielt der französische Maler Jean-Léon Gérôme 1861 in seinem Bild "Phryne vor den Richtern" fest.

In einem Tempel zu Thespiä stand neben einer Aphrodite von Praxiteles auch eine Statue der Phryne von demselben Künstler.

Literatur

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