Pausanias (Geograf)

Pausanias (* ca. 115 n. Chr. in Kleinasien; † ca. 180 n. Chr.) war ein griechisch-römischer Schriftsteller und Geograph.

Pausanias bereiste Griechenland, Kleinasien, Syrien, Libyen, Ägypten und Italien. Diese Erfahrungen ließ er in seine Schriften einfließen

Erhalten ist seine Beschreibung Griechenlands Helládos Periégésis in 10 mehr oder weniger vollständigen Bänden. Seine Darstellung stützt sich dabei sowohl auf seine eigenen Anschauungen und Beobachtungen vor Ort als auch auf die Studien von zahlreichen antiken Autoren. Pausanias trug mit seinen Schriften wesentlich zu unserem Bild der Olympischen Spiele der Antike bei.

Der Poseidontempel am Kap Sunion an der Südspitze Attikas wird von Pausanias am Anfang seines Reiseberichts in Attika beschrieben. Er bezeichnet den Tempel als Athena Sounias Tempel, wusste nicht dass es der Poseidontempel war, da der Athena Tempel zerstört wurde und als Baumaterial etwa für die Agora von Athen verwendet wurde.

Er beschreibt nicht nur die Landschaft sehr genau, indem er sogar die Beschaffenheit der Böden charakterisiert und recht genaue Wegbeschreibungen liefert, sondern auch jegliche Arten von Bauwerken, angefangen mit Tempelanlagen bis hin zu Stadtmauern und Friedhöfen, für seine Leser möglichst plastisch darstellt. Somit ist sein Werk auch heute noch von großem Wert:

  • Da mittlerweile vieles von dem, was er detailliert beschrieben hat, zerstört, verschüttet oder vergessen ist, ist sein Werk nachwievor ein wichtiges Hilfsmittel für Archäologen. Mit Hilfe seiner Darstellung wurden und werden nicht selten interessante Überreste 'wieder entdeckt'. Auch ist seine Beschreibung hilfreich, um sich anhand einiger gefundener und ausgegrabener Ruinen ein Gesamtbild von bestimmten Städten oder Tempelanlagen zu machen.
  • Unschätzbaren Wert haben seine 10 Bände auch für die Kunstgeschichte, da er viel Mühe darauf verwendete, Statuen und Bilder möglichst detaillgetreu zu beschreiben. Auch wenn seine Authentizität oft bestritten wurde, so kommt man doch letztenendes nicht umhin seine Autorität anerkennen zu müssen. Beispielsweise bei dem Hermes von Olympia des Praxiteles, den er beschreibt, wissen wir durch seine Schilderungen, daß der 1877 im Heratempel von Olympia gefundene Hermes dort am ursprünglichen Aufstellungsort sich befand.

Eine Rekonstruktion von C. Robert (1892/3) der Gemälde von Polygnotos in der Lesche von Delphi nach einer Beschreibung von Pausanias.

  • Sein Werk bedeutet auch im Hinblick auf ansonsten verloren gegangene antike Autoren eine wahre Schatztruhe, da er vielfach seine literarischen Vorgänger und Zeitgenossen zitiert.
  • Ebenso ist seine Darstellung für die Bereiche der Sozialwissenschaft wichtig, da er den Lebensstil der damaligen Griechen nicht unerwähnt lässt. So wissen wir dank ihm, dass im 2. Jhr. noch der Wildpark des Xenophon bestand, den dieser auf seinem Landgut Skillous bei Olympia anlegte, nachdem er auf dem Zug der Zehntausend durch Mesopotamien die persischen Königsgärten kennengelernt hatte.
  • Auch für die Religionswissenschaften und die Mythologieforschung liefert sein Werk wichtige Anhaltspunkte.

Zu seiner Zeit wie auch später war Pausanias keineswegs der anerkannte Name, der er heute ist. Er war nicht einer der gefeierten Schriftsteller in seiner Zeit. Darum ging es ihm auch nicht, sondern um eine zutreffende Beschreibung des von ihm Gesehenen für die Nachwelt. Noch im 19. Jahrhundert zweifelte etwa kein Geringerer als der Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff die Glaubwürdigkeit von Pausanias an. Er ging davon aus, dass Pausanias es nicht selbst gesehen, sondern von älteren Quellen Überliefertes zitiert hatte. Heute besteht jedoch kein Zweifel mehr an der Authentizität der Beschreibungen des Pausanias

Literatur

Pausanias

Attika , Griechischer Text

Weblinks

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