Paseas (altgr.: Πασέας) war ein attischer Vasenmaler in der Übergangszeit von der schwarzfigurigen zur rotfigurigen Vasenmalerei (letztes Drittel des 6. Jahrhunderts v. Chr.). Neben dem Andokides-Maler und Psiax gilt er als bedeutendster Vertreter der Künstler, die in beiden Stilen ihre Meisterschaft bewiesen.

Paseas war in der Forschung zunächst unter dem Notnamen Kerberos-Maler bekannt, bevor ihm anhand einer Sihnatur der Name Paseas zugeordnet werden konnte. Namengebend war ein rotfiguriger Teller aus Boston (18,9), auf dem Herakles und Kerberos dargestellt sind.

Im alten schwarzfigurigen Stil sind heute nur weißgrundige Weihetafeln bekannt, die auf der Akropolis gefunden wurde. Auf ihnen ist immer Athene zu sehen. Auf einer dieser Votivtafeln ist eine Aufschrift des Künstlers angebracht: eines der Bilder des Paseas[1]. In der Forschung wird dies damit erklärt, dass sich Paseas womöglich um den prestigeträchtigen Auftrag eine Panathenäische Amphore zu bemalen beworben hatte, den Auftrag jedoch nicht bekam. Heute ist keine solche Amphora von Paseas bekannt.

Von größerer Bedeutung war Paseas für den wohl vom Andokides-Maler neu entwickelten rotfigurigen Stil. Vor allem zwischen der Zeit um 520 und 510 v. Chr. fertigte er seine Werke an, von denen vor allem Schalen und Teller erhalten sind. Seine Zeichnungen sind für die Schalenmaler der Zeit typisch. Die Figuren sind zierlich und haben oft recht große Köpfe. Die Augen liegen oft sehr hoch und weit nach vorn gerückt. Sein Stil erinnert stark an Psiax, einen weiteren bedeutenden Vasanmalers der Übergangszeit zwischen den Stilen. Auf einer Votivtafel im rotfigurigen Stil experimentiert er ähnlich wie der Andokides-Maler noch mit Techniken der alten Technik. So bekommen hier die weiblichen Figuren noch nach alter Sitte weiße Gesichter. Die restliche Haut ist im roten Farbton des Tones belassen.

Ein Teller in Oxford zeigt eine Kalos-Inschrift für einen Miltiades. Manche Künstler wollen im abgebildeten Bogenschützen in norgriechisch-thrakischer Tracht einen Bezug zum späteren Athener Strategen Miltiades erkennen, der zu dieser Zeit wirklich in Thrakien aktiv war[2].


Literatur

  • John Boardman: Schwarzfigurige Vasen aus Athen. Ein Handbuch, von Zabern, 4. Auflage, Mainz 1994 (Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 1) ISBN 3-8053-0233-9, S. 16.
  • Derselbe: Rotfigurige Vasen aus Athen. Die archaische Zeit, von Zabern, 4. Auflage, Mainz 1994 (Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 4) ISBN 3-8053-0234-7

Referenzen

  1. ↑ John Boardman: Schwarzfigurige Vasen aus Athen. Ein Handbuch, S. 116
  2. ↑ John Boardman: Rotfigurige Vasen aus Athen. Die archaische Zeit, S. 31

Siehe auch

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