Nikanor aus Stageira

Nikanor († vielleicht 316 v. Chr.) war ein Grieche und möglicherweise Verwandter, mindestens jedoch Mitbürger des Aristoteles.

Nikanor wurde zusammen mit dem später als Alexander der Große bekannten makedonischen Kronprinzen von Aristoteles in Mieza unterrichtet. Aristoteles bestimmte ihn in seinem Testament zum Schwiegersohn und zum Vormund seines Sohnes.

Nikanor nahm an den Feldzügen Alexanders teil. Mitte 324 v. Chr. hielt sich Nikanor bei Alexander auf, der ihn nach Olympia schickte, um dort Alexanders Dekret über die Rückberufung der Verbannten zu verlesen. Der Auftrag wurde schnell bekannt und Demosthenes ging nach Olympia, um mit Nikanor über die Auswirkungen des Dekretes auf Athen zu verhandeln. Als Ergbnis wurde Demosthenes erlaubt, Gesandte an Alexander zu schicken. Neben diesem Dekret verkündete Nikanor wahrscheinlich auch noch weitere Anordnungen Alexanders.

Es ist unklar, ob Nikanor identisch mit dem gleichnamigen Mann ist, der seit 319 v. Chr. als Kassanders Untergebener Kommandant von Munichia und Flottenkomandeur war. 318 v. Chr. wurde er in geheimer Mission zu Antigonog geschickt, um über gemeinsame Aktionen zu verhandeln. Als Ergebnis besiegte er zusammen mit Antigonos Polyperchons Admiral Kleitos. Wenn beide Personen identisch sind, fiel Nikanor bald darauf in Ungnade, wurde 316 v. Chr. vor der Heeresversammlung wegen Hochverrates angeklagt und auf Anweisung Kassanders hingerichtet.

Möglicherweise verfasste er eine Biografie Alexanders des Großen (Fragmente der griechischen Historiker 146).

Quellen

  • Diogenes Laertios 5,1,9; 5,12
  • Diodor 17,109,1; 18,64; 18,76; 18,8
  • Plutarch, Phok. 31

Literatur

  • Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage. Band 2, C.H. Beck, München 1926 (Nr. 557).

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