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Epicharmos, auch Epicharm oder Epicharmus, (* um 540 v. Chr. auf der griechischen Insel Kós (in Krastos?); † um 460 v. Chr. in Syrakus auf Sizilien) war ein vorsokratischer Philosoph, Komödienschreiber, Arzt und Naturforscher. Der Sohn des Helothales wanderte zuerst nach Megara aus und später weiter nach Syrakus. Hier griff er die sizilanischen Possenspiele auf und gab ihnen eine kunstgerechte komödiantische Form. Seine Stilmittel beeinflussten eine Reihe späterer sizialianischer Komödiendichter bis hin zu Sophron aus Syrakus. Epicharmos war ein Hörer des Pythagoras, der sich um 532 an der süditalienischen Küste in Kroton niedergelassen und dort um 525 den Bund der heute sogenannten Pythagoreer gegründet hatte. Zwar entwickelte Epicharmos keine eigene philosophische Lehre, gab jedoch der griechischen Komödie mit philosophischen Aspekten einen tiefsinnigeren Impuls. Platon rühmte seine Gnome, seine prägnanten Formulierungen allgemeingültiger Denk- oder Sinnsprüche in Form von Versen oder Prosa. Von den vielen Stücken, Dichtungen und Gnomen des Epicharmos sind nur wenige Bruchstücke überliefert. Einer der bekanntesten Sätze leistete einen der frühesten Beiträge zur abendländischen Todesphilosophie:
Landschaft mit Tempelruinen auf Sizilien, der Wahlheimat des Epicharmos, Jacob Philipp Hackert, 1778 Emori nolo, sed me esse mortuum nihil aestimo. Die freiere Übersetzung Sterben, ja, das bleibe fern. Aber totsein macht mir nichts aus Ein weiser Mann scheut das Bereuen. Er überlegt seine Handlung vorher. Nach den Mitteilungen von Diogenes Laertius in seinem Werk Leben und Meinungen berühmter Philosophen gab es (zumindest) zu seiner Zeit in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. ein Standbild für Epicharmos mit der Inschrift: Wie die Sonne mit mächtigem Glanz überstrahlt alle Sterne, Textausgaben und Übersetzungen Diogenes Laertius: Leben und Meinungen berühmter Philosophen. Übers. von Otto Apelt. Meiner, Hamburg 1921, 3. Aufl. 1990 (PhB). Literatur
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