Demosthenes

Demosthenes, Vatikan

O Demosthenes wenn du soviel Kraft hättest wie Intellekt würde der makedonische Ares die Griechen nicht beherrschen!, Inschrift einer Demosthenes Statue.

Demosthenes Statue von Polyeuktos aus Athen 280 v. Chr. Römische Kopie des originals aus Bronze.

Demosthenes (* 384 v. Chr.; † 322 v. Chr. in Kalaureia) gilt seit der Antike als bedeutendster Redner des antiken Griechenland. Aus seinen Reden erhält man Einblicke in das Leben und die Kultur des demokratischen Athen seiner Zeit.

Geboren wurde er als Sohn eines vermögenden Schmiedes Demosthenes (der ältere) im attischen Paiania. Seine Mutter war Kleoboule eine der zwei Töchter von Gylon aus Kerameis. Nachdem er im Alter von sieben Jahren verwaiste, wie seine fünf Jahre alte Schwester, wurde er von seinen Rechtsvertretern um sein Erbe betrogen. Dies veranlasste ihn, als er älter wurde, Gerechtigkeit vor Gericht zu erstreiten.

Jean Lecomte du Nouÿ, Demosthenes spricht gegen den Lärm der Meeresbrandung, 1870.

Der berühmte Redner litt angeblich als junger Mann unter Sprachproblemen. Nachdem Demosthenes nicht erfolgreich war bei seinen Reden bat er den Schauspieler Satyros um Hilfe unter anderem auch um seine Sprachprobleme zu verbessern. Plutarch berichtet von den Übungen, mit denen Demosthenes seine Artikulation zu verbessern versuchte. Satyros' Rat: ein Vortrag halten während man einen Hügel hochläuft, sprechen gegen den Lärm der Meeresbrandung, sprechen mit kleinen Steinen im Mund. Er korrigierte eine asymmetrische Haltung indem er unterhalb eines Schwerts stand. Er korrigierte seinen Gesichtsausdruck indem er vor einem Spiegel seine Reden hielt. Demosthenes wurde ein angesehener Redner und einflussreicher Politiker. Professor Mark Onslow, Diektor des australischen Stuttering Research Center in Sydney, bestätigte dass vielen heutige Therapien denen die Satyros vorgeschlagen hat entsprechen.

Demosthenes hat sich vehement gegen die makedonische Expansion gestellt. Berühmt ist er für seine Philippischen Reden (Philippikai), in denen er zum Widerstand gegen Philipp II. von Makedonien aufrief, der zu dieser Zeit in für Athen gefährlichem Maße an Macht und Territorium gewann. Obwohl Athen 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia gegen Makedonien unterlag (aber seine demokratische Verfassung zunächst behalten durfte), blieb der Makedonengegner Demosthenes weiterhin der einflussreichste Politiker in Athen.

323 v. Chr. musste Demosthenes ins Exil gehen, nachdem man ihn mit einer Bestechungsaffäre um einen Schatzmeister Alexanders des Großen in Verbindung gebracht hatte. Nach Alexanders Tod wurde er nach Athen zurückgerufen, wo er das Volk gegen die Besatzer mobilisieren sollte. 322 v. Chr. wurde Athen - das sich gemeinsam mit anderen griechischen Stadtstaaten gegen die makedonische Hegemonie erhoben hatte - geschlagen, die Demokratie musste abgeschafft werden. Demosthenes floh nach Kalaureia und nahm im dortigen Poseidontempel Gift, um der Folter und Ermordung durch die makedonischen Häscher zu entgehen.

Die Bedeutung des Demosthenes als Redner blieb auch in der Folgezeit bestehen: Plutarch hat später in seinen Doppelbiographien Demosthenes mit Cicero verglichen.



Perseus Englischer Text

Plutarch's Parallele Lebensbeschreibungen

Alkibiades und Coriolanus - Alexander der Große und Julius Caesar - Aratos & Artaxerxes und Galba & Otho - Aristides und Cato der Ältere

Crassus und Nikias - Demetrios und Antonius - Demosthenes und Cicero - Dion und Brutus - Fabius und Perikles - Lucullus und Kimon

Lysander und Sulla - Numa und Lykurgos - Pelopidas und Marcellus - Philopoemen und Flamininus - Phokion und Cato der Jüngere - Pompeius und Agesilaos

Poplicola und Solon - Pyrrhos und Gaius Marius - Romulus und Theseus - Sertorius und Eumenes
Tiberius Gracchus & Gaius Gracchus und Agis IV & Kleomenes III - Timoleon und Aemilius Paullus - Themistokles und Camillus

Literatur

  • Gustav Adolf Lehmann: Demosthenes von Athen. Ein Leben für die Freiheit, München 2004.

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