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Berossos war ein Zeitgenosse Alexanders des Großen. Er war Priester des Bēl/Marduk und verfasste eine chaldäische Geschichte in griechischer Sprache in 3 Bänden, die unter den Titeln Babylõniká und Chaldaika bekannt ist. Überliefert ist dieses Werk nur in sekundären Quellen und in Auszügen bei Alexandros Polyhistor (welcher wiederum in der arminischen Fassung von Eusebios' Chronik zitiert wird), bei Flavius Josephus, bei Abydenos sowie bei Iuba. Das besondere an dieser Chronik war die Verbindung mesopotamischer und griechischer Tradition zur Stützung der Seleukidenherrschaft. Band I widmet sich der Geographie Babyloniens, wobei Berossos sich an der hellenistischen Ethnografie orientiert, der Kosmogonie und dem Fischmenschen (Synonym für Weiser) Oannes als Kulturbringer. Band II beschäftigt sich mit 10 vorsintflutlichen Königen, schildert Flutberichte (nach der aus Uruk übernommenen babylonischen Tradition) sowie den nachsintflutlichen Dynastien und den Weisen bis zu Nabu-Nasir im 8. Jhd. v. Chr.. Band III schildert schließlich die assyrische Fremdherrschaft (nach babylonischer Tradition nur aus babylonischem Blickwinkel) seit Tiglat-pileser III., deren Niedergang, die Zeit Nebukadnezars II., die Perserherrschaft bis zur griechischen Eroberung. Berossos' Geschichtswerk stützt in vielen Aussagen sowohl die heutigen Funde archäologischer Natur als auch die antiken Keilschrifttexte. Er gilt für die mesopotamische Geschichte und Kultur als glaubhafter als Herodot. In späteren Jahren soll Berossos (laut Vitruv, Seneca, Plinius dem Älteren und Flavius Josephus) eine Astrologenschule auf der Insel Kos geleitet haben und in der Akademie in Athen wissenschaftlich tätig gewesen sein. Literatur Paul Schnabel: Berossos und die babylonisch-hellenistische Literatur. Berlin 1923.
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