Apelles


Apelles in der Apotheosis von Homer , Ingres

Apelles (Απελλής) war einer der bedeutendsten Maler des antiken Griechenlands und des ganzen Altertums; er war ein Zeitgenosse Alexanders des Großen um 325, geboren zu Kolophon.

Leben

Apelles wurde in Ephesos zum Künstler ausgebildet. Seine Lehrer waren Ephoros von Ephesos und Pamphilos von Sikyon. Zu Philipps Zeiten ging er nach Makedonien. Hier lernte ihn Alexander kennen, der ihm den Preis vor allen anderen Meistern zuerkannte und ihm angeblich allein gestattete, ihn zu malen, ein Vorrecht, das auch der Erzgießer Lysippos und der Steinschneider Pyrgoteles für ihre Kunst hatten. Von Makedonien aus scheint Apelles mehrere Reisen unternommen und sich längere Zeit in Rhodos, Kos und Ephesos aufgehalten zu haben. Nach Alexanders Tod wandte er sich nach Alexandria an den Hof des Ptolemäos, kehrte später aber nach Ephesos zurück.

Apelles, Alexander der Grosse und seine geliebte Kampaspe. Charles Meynier 1822

Werk und Bedeutung

Anmut, sinnlicher Reiz, blühendes Kolorit, mit der wissenschaftlichen Strenge und Korrektheit der sikyonischen Schule gepaart, waren nach den Zeugnissen der Alten die Vorzuge seiner Werke, welche sich besonders an der berühmten Anadyomene im Asklepiostempel zu Kos zeigten.


Aphrodite Anadyomene in Pompeii, vielleicht inspiriert von einen synonymen Werk von Apelles.

Von seinen übrigen Werken waren am gefeiertsten: Alexander mit dem Blitz in der Hand, für den Tempel der Artemis zu Ephesos, eine Charis im Odeon zu Smyrna, eine Artemis unter opfernden Jungfrauen, ein Herkules, Alexander, wie er den Siegeswagen besteigt, und andre Porträte. Kräftig vertiefte Schatten- und dadurch stark gehobene Lichtpartien zeichneten alle seine Gemälde aus; doch gebrauchte er nur vier Hauptfarben (Weiß, Rot, Gelb, Schwarz, natürlich mit ihren Nuancen und Mischungen).

Außerdem verlieh er seinen Gemälden durch einen eigentümlichen Firnis nicht bloß Schutz gegen Feuchtigkeit und Staub, sondern auch mehr Feinheit und Zartheit des Ausdrucks. Dieselbe Anmut, welche sich über die Gemälde des A. verbreitete, scheint auch der Grundton seines ganzen Lebens gewesen zu sein. Über Eifersucht gegen seine Kunstgenossen war A., im Bewußtsein seiner Meisterschaft, erhaben. Überliefert sind uns Anekdoten von ihm, welche seine Unparteilichkeit, Bescheidenheit und Charaktergröße beleuchten. Auch als Schriftsteller, als Verfasser eines an seinen Schüler Perseus gerichteten Lehrbuchs, hat sich Apelles versucht.

Das Sprichwort "Schuster, bleib bei deinem Leisten" geht auf eine Anekdote über Apelles zurück. Danach hätte er sich gerne hinter seinen Bildern versteckt aufgehalten, um auf Urteile der Betrachter zu lauschen. Einst hätte ein Schuster bemängelt, die gemalten Schuhe hätten eine Öse zuwenig. Apelles habe das Bild korrigiert. Doch nun habe der Schuster auch etwas an den Schenkeln auszusetzen gehabt. Daraufhin habe Apelles ihm entgegnet: Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen (Sutor ne supra crepidam).

Diabole des Apelles, nach einer Erzählung von Lukian, Gemälde von Botticcelli. Personifizierung von Agnoia (Unwissenheit), Aletheia (Wahrheit), Apate (Täuschung), Diabole (Verleumdung), Epiboule (Arglist), Hypolepsis (Misstrauen), Metanoia (Reue), Pthonos (Neid).

Nach einer Erzählung von Lukian behauptete ein Gegner von Apelles , warscheinlich der Maler Antiphilos, dass Apelles mit einen Gegner des Ptolemaios, Theodotas aus Tyros, zusammenarbeitet um ihn zu stürzen. Lukian schreibt dass Ptolemaios nicht besonders intelligent war um zu erkennen dass diese Behauptung nicht wahr ist. Wie sollte ein Maler in der Lage sein ihn zu stürzen? Hat Ptolemaios überprüft ob Apelles jemals in Tyros war,oder war der Apelles verleumdetet nicht als ein anderer Maler und Gegner von Apelles? Man konnte die Anschluldigungen von Ptolemaios als er Apelles anschrie im ganzen Palast hören. Am Ende musste Ptolemaios zugeben dass Apelles unschuldig ist und gab ihm 100 Talente Schmerzensgeld und den Maler Antiphilos als Sklaven. Aus dieser Geschichte inspiriert malte Apelles das Bild Diabole. Botticceli malte mehr als ein Millenium später das Bild Diabole des Apelles. Diabole (Verleumdung), eine schöne Frau hält eine Fackel mit der einen Hand und mit der anderen zieht sie einen jungen Mann an die Haare der die Götter um Hilfe anbetet. Ein Mann Pthonos (Neid) führt die Diabole. Zwei Frauen Epiboule (Arglist) und Apate (Täuschung) unterstützen die Diaboule. Eine Frau in schwarze Kleider, Metanoia (Reue) ist hinter der Diabole. Sie schaut nach hinten auf die Wahrheit.


Alexander mit dem Blitz, möglicherweise eine römische Kopie eines Werks des Apelles. Wie Plutarch schreibt sagt man das von den zwei Alexandern, der eine (der des Philips) anikitos ist (unbesiegbar), während der andere (der des Apelles) amimitos ist (man kann ihn nicht nachahmen). Nach Pliny war der Wert des Gemäldes 20 goldene Talente (uiginti talentis auri)

Literatur

  • Wustmann: Apelles' Leben und Werke. Leipzig 1870

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