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Anakreon Skulptur, Rom Anakreon (gr. Ἀνακρέων) ( um 572 / 565 v. Chr. in Teos, Ionien, heute Sigacik, Türkei; + um 488 v.Chr. in Athen) war ein griechischer Lyriker. Leben Anakreon wurde im antiken Teos geboren, einer ionischen Stadt Asiens, deren Einwohner um 540 vor der drohenden persischen Herrschaft ins thrakische Abdera übersiedelten. Auch Anakreon emigrierte dorthin, als die Perser seine Heimat unterwarfen. Er führte ein unstetes Leben, welches ihn an den Hof des Fürsten von Samos, Polykrates, trieb. Nach dessen Mord durch Oroites (522 v. Chr.) trieb es ihn an diverse andere Fürstenhöfe, wie zum Beispiel zum Tyrannen Hipparchos nach Athen, der ihn zu sich rief. Hier wurde er hoch geehrt. Er verlebte hier als angesehener Hofdichter den größten Teil seines Lebens, bis der König 514 gestürzt wurde.
Von Anakreons Leben nach dem Sturz der Peisistratiden weiß man nichts Sicheres. Wohl nur Sage ist es, dass er, im hohen Alter von 85 Jahren, durch Verschlucken einer getrockneten Weinbeere gestorben sei. Auf der Burg zu Athen stand seine Bildsäule, die ihn als einen vom Wein begeisterten greisen Sänger darstellte, wie er überhaupt bei den Griechen als Typus eines noch im Alter dem Wein und der Liebe huldigenden Dichters galt. Denn der Liebe, dem Wein und der heitern Geselligkeit war die Mehrzahl seiner in dem weichen ionischen Dialekt verfassten Lieder gewidmet, die durch ihre Schönheit und Anmut berühmt waren. Als Lyriker besang er die Liebe, den Wein und die Rosen in anmutigen, leichten Versen, die zahlreiche Nachahmer fanden (Anakreontik).
Von seinen Werken sind nur drei ganz erhalten. Die Alten kannten drei Bücher Anakreontischer Lieder, von denen nur noch spärliche Fragmente erhalten sind (am besten bearbeitet von Bergk, Leipz. 1834, u. in dessen Poetae lyrici graeci, 4. Aufl., das. 1882). Sonst sind nur Fragmente erhalten. Nachahmungen der Anakreontischen Poesie aus verschiedener, zum Teil später Zeit und von verschiedenem Wert enthält eine des Anakreon Namen fälschlich tragende Sammlung von etwa 60 zumeist Wein- und Liebesliedern (neuere Ausg. von Mehlhorn, Glog. 1825; Rose, 2. Aufl., Leipz. 1876; bei Bergk a. a. O.). Diese Anakreontischen Lieder wurden oft übersetzt, z. B. von Gleim, Uz, Götz, in neuester Zeit von Uschner (Berl. 1864), E. Mörike (Stuttg. 1865) und Junghans (Leipz. 1873). Eine antike Statue des Anakreon (1835 am Monte Calvo gefunden) enthalt die Villa Borghese in Rom.
Anakreon Ny-Carlsberg Glyptotek Kopenhagen
Anakreon, Gerome
Die Muse des Anakreon, Arnold Böcklin 1873
Anakreon mit Eros und Bacchus, Jean-Leon Gerome Literatur
Weblinks
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