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Als Alexanderhistoriker gelten alle antiken Autoren, die historische Werke über das Leben des Makedonenkönigs Alexander den Großen verfasst haben. Die meisten dieser Werke sind uns jedoch nicht oder nur teilweise überliefert. Die wenigen (mehr oder weniger vollständig) erhaltenen Alexandergeschichten sind denn auch mit einiger zeitlicher Distanz zu den in ihnen geschilderten Ereignissen entstanden. Überblick Grundsätzlich können die Alexanderhistoriker in zwei Gruppen eingeteilt werden: Die Autoren der so genannten Vulgatatradition, die vor allem den dramatisch-romanhaften Aspekten von Alexanders Leben Beachtung schenkten, daher aber bisweilen nur wenig zuverlässig sind. In der Vulgatatradition wird Alexander teils auch durchaus negativ beurteilt, was ein interessantes Gegenbild zu den „guten Quellen“ bietet (siehe unten). Den Anfang machte Kleitarchos, dessen Werk vielen späteren Autoren als Quelle diente, so etwa Diodor, Quintus Curtius Rufus (der im Mittelalter viel gelesen wurde) und Junianus Justinus (bzw. Pompeius Trogus). Auch Plutarch bediente sich bei dem Verfassen seiner Alexanderbiographie, schon aufgrund seiner Herangehensweise, eher aus dem Quellenmaterial dieser Historiker, wenn auch nicht ausschließlich; so finden sich bei Plutarch auch Berichte, die wohl auf den „guten Quellen“ basieren. Eine Art „Endprodukt“ dieser Richtung stellt der so genannte Alexanderroman dar, in dem die historische Realität teils hoffnungslos verzerrt wurde, der sich aber bis in die Moderne großer Popularität erfreute. Die andere Tradition stützte sich vor allem auf die Werke des Kallisthenes von Olynth (des offiziellen Hofhistorikers Alexanders, der aber später hingerichtet wurde), des Aristobulos von Kassandreia und des Ptolemaios, eines Weggefährten Alexanders und späteren Königs von Ägypten, der wohl Zugriff auf offizielle Kanzleidokumente hatte. All diese Werke, in denen Alexander wohl sehr positiv betrachtet wurde, sind heute verloren, doch wurden etwa die letzten beiden von Arrian benutzt. Dieser war wenigstens um eine ansatzweise kritische Durchsicht des Materials bemüht. Auch wenn Arrian dieses Ziel vielleicht nicht in allen Punkten erreicht hat, so stellt sein Werk der allgemeinen Forschungsmeinung nach doch die zuverlässigste Alexandergeschichte dar, die uns überliefert ist, wenn auch ergänzend Autoren wie Diodor, Curtius Rufus, Plutarch und Justinus hinzugezogen werden müssen. Der Begriff Vulgata sollte daher auch keine negative Konnotation haben, wenn auch kritisch mit allen Quellen verfahren werden muss. Noch in der Spätantike wurden zahlreiche Berichte über Alexander, den nicht wenige Kaiser sich zum Vorbild nahmen (Alexander-Imitatio), angefertigt. Die erhaltenen Fragmente der antiken griechischen Autoren (etwa von Chares von Mytilene) sind in Die Fragmente der griechischen Historiker gesammelt, wobei manches Werk aber nur dem Namen nach bekannt ist (siehe etwa Praxagoras von Athen). Die Verarbeitung des Alexanderstoffes im Mittelalter, welche sich weitgehend auf den Alexanderroman stützte, ist dabei nicht mehr als Geschichtsschreibung im eigentlichen Sinne zu verstehen. Erst in der Moderne beschäftigten sich wieder verstärkt Historiker mit dem Makedonenkönig (beginnend vor allem mit Johann Gustav Droysen), wobei die Beurteilung Alexanders in der modernen Forschung starken Schwankungen unterliegt. Literatur
Weblinks Literaturangaben, erstellt von Prof. W. Heckel (PDF) Allgemeiner Quellenüberblick bei Livius.org: Vulgata und die „gute Tradition“ Von "http://de.wikipedia.org/"
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